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Posted: Sat Oct 06, 2007 7:33 am
Althaniya ist der südlichste Bereich Myranias, in dem das Himmelsvolk herrscht. Der Großteil des Gebiets ist von sanft hügeligem Grasland, das von unzähligen schmalen Flüßen durchzogen ist, nur an der nördlichen Grenze ragen hohe spitze Berge auf, die zu Fuß unüberwindbar sind. Selbst den gewöhnlichen Luftschiffen ist es unmöglich sie zu passieren. Zu groß ist die Gefahr einer Kollision mit den Felsen. Im Süden grenzt Althaniya an das Totenmeer. In der weitläufigen Ebene herrscht immer ein sanfter Wind, der sich bei Zeiten zu einem handfesten Sturm ausweiten kann.
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Posted: Sun Oct 07, 2007 6:28 am
Ein frostiger Wind fuhr zwischen die schroffen Felsen der Berge von Althaniya. Der Duft von Schnee, der in seinen unstetigen Bewegungen lag, deutete den nahenden Winter an. Die schwache Novembersonne, die bald ihren höchsten Punkt am klaren, wolkenlosen Himmel über Myrania erreicht haben würde, spendete keine Wärme mehr. Stille lag über dem tödlichen Gebirge, keine Bewegung war wahrnehmbar. Doch...da war etwas. Auf einem schmalen Plateau, nahe einer hohen überhängenden Felswand spielte der Wind mit einem Stück schwarzen Stoffes. Verspielt fuhr er durch die Falten des zerfetzten Gewebes, ließ es immer wieder in einer Böe tanzen. Für diesen immer wiederkehrenden kurzen Augenblick konnte man eine Gestalt unter dem Umhang gewahren. Ein regungsloser Körper lag auf dem kalten Stein, scheinbar den Gefahren des Gebirges erlegen. Als der Wind ein weiteres Mal den tiefschwarzen Umhang anhob blitzte für den Bruchteil einer Sekunde Metall am Rücken der Gestalt auf. Beinahe hatte es den Anschein als würde sie sich bewegen. Ein lächerlicher Gedanke, denn kein Lebewesen hatte je den Übergang über diese Felsen geschafft. Doch da war es wieder. Das Funkeln von Metall und ein leichtes Zucken. Schleppende Momente vergingen und alles wiederholte sich. Die Bewegung wurde stärker...und tatsächllich: Die Gestalt erhob sich, langsam, Stück für Stück. Erst der Kopf, dann mit unglaublich stockenden Bewegungen der Oberkörper, bis sie es unter sichtbaren Anstrengungen schaffte, sich auf die Beine zu hieven. Sie hob langsam den Kopf und die Kapuze des Umhangs fiel ihr auf die hängenden Schultern. Ein langer pechschwarzer Zopf kam zum Vorschein, an dem der eisige Wind sofort zu zerrern begann. Ein paar lose Strähnen wehten ihr in das scharf geschnittene Gesicht, in dem grüne Augen mit ungebrochenem Lebenswillen leuchteten. Die Sonne ließ ein paar goldene Sprenkel in den schmalen Augen aufglänzen. Es war eine junge Frau, die sich an diesen lebensfeindlichen Ort gewagt hatte und allem Anschein nach erfolgreich den Gefahren der Berge trotzte. Sie schlang den zerrissenen Umhang fest um sich und schritt vorsichtig zum Rand des Plateaus. Die Herbstsonne hatte ihren Zenit erreicht und warf ein warmes Licht, auf das Tal, dass am Fuß des Gebirges lag. Mit entschlossenem Blick drehte sich die junge Frau um und begann mit dem Abstieg. Ihre Hände waren zerschunden und teilweise sogar blutig, doch sie schien es gar nicht zu bemerken. Mit ihren letzten Kraftreserven klammerte sie sich an den Felsspalten und -vorsprüngen fest und näherte sich langsam aber stetig dem Tal.
Stunden vergingen bis sie schließlich die erste Vegetation zu Gesicht bekam. Am Fuß des Gebirges schließlich, verborgen hinter einem riesigen Felsen, sank sie zusammen und verlor das Bewusstsein. Einige Momente verstrichen und die Sonne, die sich mittlerweile dem Horizont näherte, sank diesem noch weiter entgegen und zog die Schatten in die Länge. Als die junge Frau die Augen wieder öffnete lag die Welt in zartem Dämmerlicht. Sie erhob sich langsam, ihre Augen mittlerweile fahl und grau, das ständige Leuchten, das ihnen sonst innewohnte begann zu verschwinden. Sollte sie nicht bald eine Siedlung finden, wäre es um sie geschehen. Mit schleppenden Schritten trat sie hinter dem Felsbrocken hervor und betrachtete ihre Umgebung. Vor ihr lag das selbe Tal, das vor ein paar Stunden noch so fern geschienen hatte. Zu ihrer Rechten erstreckte sich eine Geröllhalde, zu ihrer Linken konnte sie im schwindenden Licht eine kleine Gruppierung von Bäumen ausmachen und direkt vor ihr lag die unendliche Weite des Tals. Plötzlich weiteten sich ihre Augen. Vor ihr, in einiger Entfernung war ein schwacher Lichtschein wahrnehmbar. Ohne über die möglichen Gefahren, die der unbekannte Ursprung des Lichtes mit sich bringen mochte, nachzudenken, setzte sie sich in Bewegung und lief auf den Schimmer in der Ferne zu.
Dunkelheit umhüllte sie, als vor ihr der Umriss einer Stadt auftauchte. Das war also die Quelle des Lichtes gewesen. Sie verlangsamte ihre Schritte und näherte sich den Gebäuden, die sich dunkel gegen den klaren, sternenerhellten Nachthimmel abhoben.
((Fortsetzung in Androidia))
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