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Posted: Sat Oct 06, 2007 7:19 am
Tief in den Bergen von Styn’Mâr liegt die große Stadt der Zwerge, Grôh’Styn. Kaum ein Angehöriger eines anderen Volkes hat je die großen Tore von Grôh’Styn durchschritten. Doch egal wer diese Stadt betreten hat, verließ sie nicht ohne erfurcht vor dem großen Wissen der Zwerge. Fast sämtliche Bauwerke sind kunstvoll in den nackten Fels geschlagen und selbst solche die es nicht sind, scheinen mit dem Berg zu verschmelzen. Sogar an der Decke der in den Berg geschlagenen Stadt befinden sich Gebäude, die nur durch schwebende Plattformen erreicht werden können, die nach demselben Prinzip wie die Luftschiffe funktionieren. Die Stadt ist voll von wundersamen Erfindungen, die das Leben leichter machen. Doch würden die Zwerge nie Informationen über ihre Technologie an Fremde weitergeben. Tief unter der Stadt in den geheimen Schmieden der Stadt sollen angeblich sogar schreckliche Kriegsmaschinen gefertigt werden, doch das ist selbst unter den Zwergen nur gerüchteweise bekannt.
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Posted: Sun Oct 14, 2007 3:56 am
Zwei Jahre waren nun vergangen, seit dem Tyr die Hauptstadt des Zwergenreiches verlassen hatte. Allerdings hatte er nie in dieser Zeit die Berge von Styn’Mâr verlassen. Nun stand er dort, am Pass der nach Süden führte. Noch konnte er über die großen Wälder des Elfenreiches blicken, doch sobald er dem Pass nach unten folgen würde, würden ihm schon bald die Bäume um ihn herum die Sicht versperren. Aber er machte sich keine Sorgen, dass er sich in den Wäldern nicht zurechtfinden würde, wahrscheinlich war es nicht anders als in den vielen Höhlen und Minen von Styn’Mâr. Im Grunde hatte er kein bestimmtes Ziel, er war nicht einmal groß auf Abenteuer aus. Nein, er wollte nur raus aus dem Zwergenreich, wenn es auch nicht für lange sein musste, aber er brauchte eine Pause. Als Priester wurde er hier sofort erkannt und das ging ihm allmählich auf die Nerven. Er wollte behandelt werden wie jeder andere auch und das war ihm unter Zwergen kaum möglich. Er atmete noch einmal tief durch und ging dann den Pass entlang. Es war keine Handelsroute und deswegen keine große Straße, die sich möglicherweise irgendwo im Wald verlor, aber das nahm Tyr in kauf. Er wollte nicht, dass Zwergenhändler im ganzen Land die Nachricht verbreiten, dass ein Priester der Zwerge durch das Land der Elfen zieht. Sofort würden an jeder Ecke Zwerge stehen die ihn um irgendwelche Dinge bitten, irgendwelche Zeremonien abzuhalten, was sie sonst nur in der Entfernten Heimat konnten. Doch er wollte gerade von diesen für ihn alltäglichen Dingen weg, er wollte etwas neues erleben, mal etwas anderes sehen als Zwerge, Berge und endlose Minenschächte. Er wollte zumindest einmal eine Oberflächenstadt sehen und mit den Städten der Elfen wollte er anfangen.
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Posted: Mon Oct 22, 2007 6:23 am
Als Tyr dem schmalen Pass folgte, tauchten langsam mehr und mehr Bäume auf. Zuerst ein paar vereinzelte Nadelhölzer, dann wurden es immer mehr. Das war ihm noch nichts unbekanntes, in den Bergen gab es auch Wälder, aber, das was ihn dort unten erwarten würde, würde vollkommen neu für ihn sein. Der Pass führte auch über ein kleines Plateau auf dem kaum Bäume wuchsen, da der Boden zu felsig war, als das dort ein größerer Baum halt oder überlebenswichtiges Wasser finden konnte. So wurde der beeindruckende Blick auf den Wald jenseits der Berge frei. Bis zum Horizont und wahrscheinlich noch viel weiter erstreckte sich der mächtige Wald, der einen Großteil des Elfenreiches ausmachte. Elfen nutzten im Gegensatz zu Menschen den lebenden Wald um ihre Siedlungen zu bauen, sie fällten oder wie sie es sahen töteten keine Bäume um Häuser zu bauen, sie bauten sie in die lebenden Bäume hinein. Das Menschenreich würde Tyr auch noch bereisen, doch hatte er keine all zu großen Erwartungen davon. Menschen waren nicht so weit entwickelt wie Elfen oder gar Zwerge, sie hatten einfach noch nicht die Zeit gehabt um die Notwendigkeit der Natur zu begreifen. Sie zerstörten die Natur in der Absicht sie auszubeuten. Diese Ansicht teilten sich Zwerge sowie die Elfen. Denn sie rodeten nicht nur ganze Wälder, nein sie zerstörten auch die natürliche Struktur der Berge um an die Mineralien zu kommen, ohne auch nur im geringsten zu ahnen, was für eine wichtige Rolle dieser uralte Fels für das magische Gleichgewicht dieser Welt spielte. Aber Tyr machte ihnen keine Vorwürfe, ihr Volk war einfach noch zu jung um das alles zu begreifen. Ja einige einzelne von ihnen waren in der Lage all diese Dinge zu begreifen, oder besser sie wehrten sich nicht dagegen es einzusehen. Tief in Gedanken versunken merkte Tyr fast nicht, dass er sich bereits tief im Wald befand und der Pass sich in einen schmalen Pfad gewandelt hatte, der kaum noch abwärts führte. Er war in dem Land der Elfen angelangt, er befand sich nun in Nhar Rhun. Der schmale Pfad, der sich durch den Wald schlängelte, schien nicht dadurch entstanden zu sein, dass hier häufig jemand entlangging, sondern es wirkte eher so, als wollten die Pflanzen dort nicht wachsen. Der Boden war viel zu locker für einen häufig genutzten Trampelpfad, die Pflanzen mussten durch eine Art von Magie davon abgehalten werden, dass die über den Weg wuchsen. Bald schon endete der Pfad in einem größeren Weg, auf dem bestimmt auch ein Wagen fahren konnte. Da es ihn in keine bestimmte Richtung zog, entschloss sich Tyr, die rechte Abzweigung zu nehmen.
Er war jetzt schon einige Tage unterwegs, ohne jemandem begegnet zu sein, aber er war sich sicher, dass sich die Bewohner dieses Waldes nur nicht immer auf Anhieb zeigten. Dieser Ort war einfach zu sehr voller Leben, als das hier niemand Lebte und Elfen brauchten wahrscheinlich keine Wege oder Pfade. Nein, diese Wege würden Besucher nur zu den Orten führen wo sie erwünscht waren. Auch das Zwergenreich hatte eine ganze Menge versteckter Siedlungen und heiliger Orte, an die man nur über sehr gut versteckte und alte Tunnellabyrinthe gelangen konnte. Da es schon wieder zu Dämmern begann, entschloss er sich am Wegesrand Rast zu machen und suchte sich Holz für ein Feuer zusammen. Schnell war ein kleines Lagerfeuer aufgerichtet und mit Hilfe seiner Magie Formte er etwas Erde zu Steinen, mit denen er das Feuer abgrenzte, damit es nicht auf den Wald überschlagen konnte. Eine Unterlage zum Schlafen brauchte er nicht, denn der Waldboden war für ihn weich genug. Er aß noch ein Stück Brot und legte sich dann Schlafen, oder zumindest wollte er das. Auf einmal sprangen drei Gestalten aus dem Wald und eine von ihnen hielt ihm eine rostige Klinge an die Kehle. „Was macht denn ein Zwerg so ganz allein, so weit weg von zu Hause?“ Der Fremde lachte kurz. „Los gib uns all dein Gold, dann lassen wir dich vielleicht am Leben und mach keine Dummheiten, wir sind in der Überzahl.“ Tyr brummte einen Fluch auf Zwergisch und antwortete dann. „Gut, gut, aber nimm das Ding von meiner Kehle, meine Waffen liegen sowieso zu weit weg, als das ich euch den Schädel spalten könnte.“ Der Räuber nahm sein Schwert weg und lachte. Sein Fehler. Ein Stein flog vom Boden aus gegen seinen Kopf, dass er zurücktaumelte. Schnell stand Tyr wieder auf seinen Beinen. „Ich denke ihr kennt einige grundlegende Lektionen des Lebens noch nicht, das mag auch der Grund für euren heruntergekommenen Zustand sein.“ „Nun Spuck keine großen Töne, nur weil du einen Stein in der Hand hattest, hältst du dich wohl für besonders Schlau. Deine Waffen liegen immer noch am Boden und wir sind auch nicht weniger geworden.“ „Aber vielleicht bin ich ja nicht allein.“ Tyr grinste und murmelte einige Worte auf einer alten Zwergensprache, dann hob er beide Hände langsam, als wenn er etwas aus dem Boden ********* wollte und aus dem Boden schien etwas zu wachsen. Binnen von Sekunden starrten die eben noch so selbstsicheren Räuber auf einen nicht sehr freundlich aussehenden Steingolem. „Lektion 1: Handle nie voreilig, Lektion 2: unterschätze nie deinen Gegner. Und nun seht was man mit Leuten wie euch bei uns macht.“ Wie eine Stoffpuppe schleuderte der Golem einen der Diebe durch die Luft und stapfte dann auf den nächsten zu, der schon nicht mehr ganz so siegessicher wirkte. Der Dritte versuchte Tyr direkt anzugreifen, aber der hatte schon seine Rabenschnäbel aufgehoben und schwang diese, als wenn sie nichts wiegen würden. „Unter Zwergen gelte ich allenfalls als mittelmäßiger Nahkämpfer, ihr hättet sogar eine Chance gegen mich.“ Er grinste den Dieb an, aber dieser stand noch immer kampfbereit da und wollte gerade angreifen, bis er seinen Kameraden laut aufschreien hörte. Nun stapfte der Golem auf ihn zu, da ergriff er die Flucht. Doch Tyr wollte ihn nicht entkommen lassen, er lies den Golem wieder zu Erde werden um mehr Magie einsetzen zu können, sprach laut wieder einige Zwergische Worte und hob seine Arme. Auf einmal trat eine Mauer vor dem fliehenden Räuber aus dem Boden und dieser rannte dagegen. Als er die Mauer umgehen wollte raste eine Weitere aus dem Boden, bis er zwischen vier festen Felsmauern eingeschlossen war. Tyr lies den Gefangenen erst mal in seinem Gefängnis und untersuchte die Tasche, die er bei seiner Flucht hatte fallen lassen. In ihr waren etwas Gold und eine goldene Statue der Ortha, wie es sie in vielen Tempeln gab. Gold war ein Material das sowohl Zwerge als auch Elfen zu verarbeiten wussten, aber diese Statue trug eindeutig elfische Züge und war mit hoher Wahrscheinlichkeit aus einem ihrer Tempel entwendet worden. Tyr ballte eine Hand zu einer Faust. Sie hatten es gewagt die Götter zu bestehlen. Er ging nun zielstrebig auf den gefangenen Dieb zu. „Ihr habt es gewagt die Götter zu bestehlen, so sollen auch sie über euch richten.“ Dann drehte er sich um und schenkte den verzweifelten Rufen des Diebes keine Beachtung mehr. Er packte die Statue in seinen Rucksack, löschte das Feuer und beschloss, diese Nacht weiter zu ziehen.
((Fortsetzung in Rhunem))
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