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Posted: Sat Oct 06, 2007 7:15 am
Die Hauptstadt der Menschen ist am Rande einer weitläufigen Ebene im äußersten Osten Myranias gelegen. Die östlichsten Ausläufer der Stadt reichen bis ans Meer, an dem ein großer Fischerhafen erbaut wurde, um die Verpflegung der Bevölkerung zu sichern, denn der Wildbestand in jenen Gebieten ist nur spärlich. Die hohen Gebäude Königshavens sind ausschließlich aus nacktem Stein erbaut, einzig die Dächer wurden mit dunklem Holz gedeckt. Auf Verzierungen wurde wenig Wert gelegt, vielmehr wurden die Häuser zweckdienlich errichtet. Selbst die Seeburg, der Sitz des Königs, ragt grau und unfreundlich über die Dächer der Stadt. Allein eine große rote Flagge, die der Meerwind ununterbrochen umspielt, am höchsten Turm der Burg lässt darauf schließen, das dort ein König seine Gemächer hat.
Einmal im Jahr jedoch wird die Hauptstadt der Menschen für eine Woche lang Schauplatz eines ganz besonderen Ereignisses. In der Mitte Königshavens befindet sich ein großer Platz, an dem sich für sieben Tage Händler und Spielleute von allen Gebieten und Rassen Myranias versammeln. Für diese kurze Zeit blüht die Stadt auf und wird lebendiger als jeder andere Ort des ganzen Kontinents. Selbst der Nebel, der sonst immer in den verwinkelten Gassen Königshavens hängt, scheint sich dann zurückzuziehen.
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Posted: Tue Oct 09, 2007 6:03 am
Sarx wusste, dass er noch nicht weit genug von Königshaven entfernt war. Von seinem Lager abseits der Straße konnte er noch die schlichten gebäude durch die Blätter hindurch sehen. Was hatte er sich nur dabei gedacht den roten Umhang seines Herrn mitzunehmen, er würde auffallen wie ein bunter Hund. Plötzlich zog ein frischer Wind an ihm vorbei und ließ die Blätter rascheln. Er wickelte den Umhang um seinen Oberkörper, vielleicht würde er ja doch zu etwas nutze sein. Er konnte Pferdewagen und Reisende zu Fuß sehen die in den frühen Morgenstunden in die Stadt pilgerten um dort ihre Waren anzubieten. Sarx wagte es nicht ein Feuer zu entfachen, denn er wußte nicht ob man nach ihm suchen würde. Er würde wohl erstmal frieren müssen, jedenfalls bis er weit genug gelaufen war, aber das war egal. Das war er gewohnt. Außerdem erfüllte ihn die Ungewissheit die vor ihm lag mit einem kribbeln, welches er noch nie empfunden hatte. Leicht belustigt betrachtete er seinen mehr als dürftigen Lebensmittelvorrat. Ein Stück Trockenes Fleisch, etwas Wurst, ein Stück Brot und eine Wasserflasche. Es war lächerlich, er würde verhungern ehe er weit genug war, ein Feuer anzuzünden. Seufzend drückte Sarx sich gegen den Baumstumpf hinter sich um so wenig vom Wind abzubekommen wie möglich und schlief fast augenblicklich ein...
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Remi Leviathan Vice Captain
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Remi Leviathan Vice Captain
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Posted: Wed Oct 10, 2007 2:44 pm
Als Sarx erwachte wusste er im ersten Moment nicht wo er war. Der Boden war feucht und die kälte schon tief in seine Glieder gekrochen. Er erhob sich in seinem Lager versuchte sich aufzuwärmen. Am Stand der Sonne erkannte Sarx erstaunt dass es schon später Nachmittag sein musste. Er hatte offenbar den Tag verschlafen. Mit einem bitteren Lächeln stellte er fest, dass der heutige Tag recht warm und angenehm gewesen sein musste und er wahrscheinlich nicht so frieren würde, wenn er sich nicht gerade das schattigste und feuchteste Plätzchen zum schlafen gewählt hätte. Aber Sicherheit ging nunmal vor. Hätte sein Herr jemanden geschickt um Sarx einzufangen, dann war dieser wahrscheinlich einige Meter weiter an seinem geheimen Nachtlager vorbeispaziert ohne es zu wissen. Sarx hatte höchstens noch ein paar Stunden bis Sonnenuntergang und auf der Straße hatten schon die ersten Händler, die Tagsüber in die Stadt gingen um Waren auf dem Markt an Städter zu verkaufen, den Nachhauseweg angetreten. Die meisten waren Bauern, die sich durch den Verkauf von Feldfrüchten etwas Geld verdienen wollten, aber auch Waffen wurden angeboten oder Kleidung, bis hin zu wertvollen Artefakten. Sarx selbst hatte nie Geld besessen doch er war sich dessen Wertes durchaus bewusst.
Sarx bewegte sich abseits der Straße, immer weiter weg von der Stadt. Für einen Menschen bewegte er sich schnell und mit beachtlicher Sicherheit. Das wichtigste war jedoch, er war lautlos. Wer auch immer seiine Vorfahren gewesen sein mochten, sie hatten ihm offenbar scharfe Sinne und einen guten Instinkt vererbt. Mit einem der Tiermenschen konnte er wahscheinlich nicht mithalten, und einem Elf war er wohl in der hinsicht auch unterlegen, aber er dachte für einen Menschen mache er seine Sache ganz gut. Sarx war noch nie so tief im Wald. Die Gerüche, das letze Sonnenlicht des Tages, dass zwischen den Blättern hindurchschien und die verschiedenen anderen Eindrücke um Ihn herum sorgten dafür, dass er sich lebendiger denn je fühlte. Er befand sich nicht mal in einem richtigen Wald, es war nur eine Ansammlung von Bäumen und Sträuchern in diesem sonst sehr ebenen Gebiet. Ihm war klar, dass er nun ein Landstreicher war und ziellos durchs Land streifte aber das Gefühl, dass er gerade empfand ließ ihn wieder hoffen. Wie würde es erst sein wenn er weiter westlich echte Wälder entdeckte, deren Alter niemand kannte. Sarx war gerade so mit seinen Gedanken beschäftigt, dass er den Schrei von der Straße fast nicht gehört hätte. Abbrupt blieb er stehen, es war der Schrei einer Frau gewesen. Hatte er sich das nur eingebildet? So unwirklich kam es ihm schon vor. Doch dann hörte er es wieder, kein Schrei sondern ein ersticktes Schluchzen. Instinktiv verharrte Sarx in seiner Position und lauschte...
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Posted: Thu Oct 11, 2007 5:46 am
"Rück schon das Geld heraus, Weib! Es wäre doch zu Schade, wenn wir dir und deinem Sohn wehtun müssten.", sagte der große, bärtige Kerl während mit seinem Schwert in Richtung der Frau deutete. Der Andere stand ein Stück links hinter dem Bärtigen. Er war kleiner und schlanker und hatte eine gebückte Haltung, der nahezu Zahnlose Mund war zu einem bösartigen Grinsen verzogen. Die Frau stellte Sich schützend vor ihren Sohn, der ungefähr fünf Jahre alt sein mochte und weinend auf dem Holzkarren saß, mit dem er und seine Mutter diesen Morgen Gemüse zum Verkauf in die Stadt transportiert hatten. Sie befanden sich auf dem Heimweg und und der Karren war leer, es hatte also keinen Sinn zu behaupten, dass sie kein Geld besaß. Obwohl sie beim ersten Blick in die Gesichter der Räuber schon gewusst hatte, dass sie den heutigen Abend nicht überleben würde klammerte sie sich verzweifelt an die Hoffnung, dass sie und ihr Junge heil aus der Sache kommen, wenn sie nur tat was die beiden verlangten.
Sarx stand immer noch nur wenige Meter von der Stelle entfernt wo die Frau um ihr Leben bangte. Einen kurzen Moment war er fest entschlossen einfach weiterzugehen. Er sollte sich nicht in Dinge einmischen die ihn nichts angingen. Aber sie werden sie töten, schoss es ihm durch den Kopf. Das ist mir egal, ich bin endlich frei und ich hab nicht vor, am ersten Tag in Freiheit in das Schwert eines Räubers zu laufen. Soetwas passiert ständig und ich ändere nichts wenn ich sie diesmal rette. Ja, das war die Wahrheit. Er hatte sich nichts vorzuwerfen, oder? War ihm in seinem Leben nicht auch ein bisschen Egoismus gestattet? Mit der Gewissheit, dass sein Gewissen bruhigt war dreht er sich vom Schauplatz des geschehens weg und setzte sich in Bewegung.
Die Frau hatte dem Bärtigen ihren Geldbeutel vor die Füße geworfen. Auch auf seinem gesicht breitete sich ein grinsen Grinsen aus, während er seine Hand fester um sein Schwert spannte. Der Ausdruck in seinen Augen schien nichts menschliches zu haben und wirkte in der Dämmerung bedrohlich. Sie schloss die Augen, es war vorbei. Nur für den Bruchteil einer Sekunde bevor Ihre Lieder sich vollkommen geschlossen hatten, war eine Bewegung am äßersten Randes ihres Gesichtsfeldes zu sehn. Eine Gestalt mit gelb blitzenden Augen und langem Umhangkam aus dem Wald geflogen. Es musste ein Art Raubtier sein. Bevor sie ihre Augen auch nur wieder öffnen konnte war der kleinere der beiden Räuber auch schon zu Boden gegangen.
Einen hatte Sarx durch seinen Überraschungsangriff erledigt, doch der große Bärtige reagierte schnell und nun stand er ihm gegenüber, bereit zum Kampf und mit wutverzerrtem Gesicht. Im Gegensatz su Sarx schien er ein erfahrener Kämpfer zu sein. Sarx hob sein Schwert ein Stück höher und erwartete den Angriff...
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Remi Leviathan Vice Captain
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Remi Leviathan Vice Captain
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Posted: Fri Oct 12, 2007 1:34 am
Der Bärtige stürmte auf Sarx los, welcher rein Instinktiv handelte, und mit einem Schritt nach rechts gerade noch verhindern konnte, der Länge nach entzwei geteilt zu werden. Etwas unbeholfen ging Sarx in den Angriff über doch sein Gegner bewegte sein Schwert, welches mindestens doppelt so groß zu sein schien wie das von Sarx schnell und gezielt, und parierte den Angriff. Wieder schlug der Bärtige zu und Sarx konnte den Schlag mit seinem Schwert zwar abwehren, doch war die Wucht so groß dass er von den Beinen gerissen wurde. Er lag rücklings auf dem Boden und hob das Schwert schützend vor seinen Körper während sicch die hünenhafte Gestalt des Bärtigen vor ihm aufbaute, weit ausholend für den Todesstoß. Sarx bildete sich ein von irgendwo die Melodie einer Flöte zu hören, die die Straße entland immer näher kam, aber das war absurd. Er hatte nicht wegsehen können wenn andere leiden und würde nun den Preis dafür bezahlen. Er würde sterben aber er würde es guten Gewissens tun. Das mächtige Schwert des Bärtigen began herabzusausen und aus dessen Kehle drang ein beachtlicher Kampfschrei. Die Flötenmelodie hatte aufgehört und gerade als Sarx sich mit seinem Schicksal abgefunden hatte, ließ der bärtige plötzlich mitten im Schwung sein Schwert los, welches darufhin nur knapp neben Sarx Kopf im Boden einschlug und dort steckenblieb. Aus dem Unterarm des Bärtigen ragte ein Pfeil, aber Sarx hatte nicht die Zeit über dessen Herkunft zu rätseln, er musste Handeln bevor sein Gegner begriffen hatte was los war. So schnell er konnte sprang er auf die Beine und führte den entscheidenden Schlag aus. Der Bärtige kippte um und Sarx war fast erstaunt, dass der Boden unter seinem Gewicht nicht bebte, als er aufschlug.
Er sah rüber zu der Frau und dem Kind, sie schienen unverletzt zu sein und dem Blick der Frau nach zu urteilen, war sie trotz ihrer Rettung nicht ganz sicher ob sie ihm trauen konnte. Es waren harte Zeiten. Aber Sarx wollte nicht darüber nachdenken er drehte sich zur Straße um und in die Richtung aus der sein Retter den Pfeil abgeschossen hatte. Aus dieser Richtung ertönte auch wieder eine wunderfolle, fröhliche Flötenmelodie...
(Fortsetzung in den Morastebenen)
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